21 Februar 2009

Früher war alles besser: Vom klammheimlichen Verschwinden guter Produkte

Hersteller und Handel sind sich anscheinend einig: Der Konsument kauft jeden Mist, solange er keine andere Wahl hat. Harte Worte - vielleicht bin ich auch nur etwas zu anspruchsvoll?

Nicht selten denke ich mir auf der Suche nach für mich geeigneten Konsumgütern: Lieber Einzelhandel, nimm mein Geld in rauhen Mengen, aber fülle deine Regale und Waren-Auslagen mit Produkten, die man wenigstens halbwegs gebrauchen kann! Und weil das leider immer seltener der Fall ist, bleibt das Portemonnaie eben oft zu.

Zur Veranschaulichung einige (persönlichen) Beispiele:

Eine schicke Winterjacke...
Einfach und sinnvoll geschnitten, so sollte sie nach meinem Geschmack sein. Am besten mit Bündchen an den Ärmeln, damits nicht reinzieht und etwas länger. Hört sich eigentlich recht einfach an, hat sich aber nach ausführlicher Shopping-Recherche als unmöglich entpuppt. Entweder der Schnitt war gruselig oder die Bündchen fehlten. Wenn sonst alles stimmte, war irgendwo eine sinnlos-häßliche Applikation aufgenäht oder aufgedruckt.

Ein schickes Paar Schuhe...
Meine Vorstellung: Schlichter Casual-Style plus Ergonomie. Ich denke, Sie wissen was ich meine. Obwohl die meisten Schuhmarken ein Laufen wie auf Wolken versprechen - alles unbefriedigend, da die Biegsamkeit der Sohle oft vergleichbar ist mit einem Holzbrett oder das Design dem letzten Modetrend hinterher rennt. Inakzeptabel. Mittlerweile bin ich im Ausland fündig geworden: www.camper.com

Ein schickes Paar Schnürsenkel...
Haben Sie in letzter Zeit mal versucht, Schnürsenkel aus 100% Baumwolle zu kaufen?
Ich hab´s aufgegeben.

Frischmilch....
Dieses vom Aussterben bedrohte Produkt hat es in den letzten Tagen sogar in die Medien geschafft - Respekt. Mehr Infos dazu...

SchnuersenkelMein Pech: Ich bin relativ resistent, sowohl gegen jegliche Werbeversprechen als auch gegen alle Mode-Erscheinungen (Bio Hip-Hop Streetwear Wellness Pampe). Ich hätte es vermutlich um einiges leichter, wenn ich auf den Mainstreamzug aufspringen würde.

Schmierenkomödie im T-Punkt

Sicher waren Sie bisher der Meinung, dass ein T-Punkt in der Lage ist, sich Ihres Telekom-Anliegens (egal welcher Art) anzunehmen. Ich kann Sie eines Besseren belehren...

Ich war wegen eines defekten Handies, das ich im Zuge einer Vertragsverlängerung von T-Mobile erhalten hatte, in einem T-Punkt. Nach Vorlage des dazugehörigen Lieferscheins wurde das gute Stück überprüft, für defekt befunden und mir wurde erklärt, dass es zur Reparatur zum Hersteller verschickt würde.

magentaDie Schachtel samt Lade-Kabel und Akku dürfe ich wieder mitnehmen. Hmmm? "Und wenn der Defekt von Lade-Kabel oder Akku verursacht wird?" fragte ich. Antwort: "Ich darf immer nur EINEN Auftrag annehmen." Der Sinngehalt dieser Aussage will sich mir nicht wirklich erschließen, aber wenn die T-Punkt-Dame meint, es wäre der Sache dienlich? Obwohl beim vorliegenden Defekt durchaus Kabel oder Akku schuld sein könnten: Das Handy ließ sich weder Einschalten noch Aufladen.

Bereits etwas angesäuert wegen dieser mir unverständlichen Praxis, bestehende Mängel sichtlich ungenügend falsch zu bearbeiten, äußerte ich mein zweites Anliegen: Ich wollte zum nächstmöglichen Termin meinen T-Mobile Vertrag kündigen, bzw. umändern auf Prepaid und die Rufnummer behalten.

"Die Kündigung müssen Sie schriftlich vornehmen." Super, sagte ich: "Wie gut, dass ich schon mal hier bin, so kann ich gleich persönlich alles Nötige unterzeichnen." Ich nahm dabei den Kugelschreiber, der auf dem Tresen lag, in die Hand und fuchtelte damit plakativ herum.

"Ich kann nur Aufträge bearbeiten - keine Kündigungen." schmetterte sie mir entgegen. OK, das war nicht fair - in anderen Worten: Ein T-Punkt bietet Ihnen (mehr oder weniger guten) Service, wenn die (rechtliche) Verpflichtung dazu besteht, z.B. Garantiefälle. Ansonsten gibt es anscheinend nur Service-Dienstleistungen, wenn damit Umsatz generiert wird.

Gemeinsam ärgert man sich schöner... Darum wollte ich der T-Punkt-Thekenfrau noch die Chance geben, sich persönlich zu distanzieren von solch fragwürdigen Service-Konstrukten ihres Arbeitgebers: "Finden Sie diese Vorgehensweise nicht auch etwas lächerlich und ziemlich wenig kundenorientiert?"

Keine Antwort.

13 Mai 2008

Service-Fiasko bei Ikea

Wer schon einmal den Lieferservice von Ikea in Anspruch nehmen wollte, kann mein Klagelied vermutlich sehr gut mitsingen...

Die erste Strophe:
Gut gelaunt nach Feierabend zum nexten Ikea gefahren - wollen doch mal gucken, welch schmucke Regale mein Office zieren würden!
Die zweite Strophe:
Fündig geworden! Das Möbel-Labyrinth bei Ikea kann sogar Spass machen, wenn man nicht gerade an einem Samstag durchgeschoben wird.
Die dritte Strophe:
Alle Komponenten der zum Kauf auserkorenen Möbel feinsäuberlich notiert, damit am Schluss auch nichts fehlt.
Die vierte Strophe:
Das vernichtende Gespräch mit einem Ikea-Mitarbeiter: "Wenn Sie Möbelstücke zu sich nach Hause liefern lassen wollen, entnehmen Sie diese aus der SB-Halle, bezahlen sie an der Kasse, bringen danach die Teile zum Transport-Service (hinter den Kassen rechts...), wo Sie der Spedition einen Liefer-Auftrag erteilen können."
Die fünfte Strophe:
Schlechte Laune. Frust. Da auf meiner Einkaufsliste auch Teile standen, die definitiv nicht ohne Helfer zu wuchten sind, musste ich unverrichteter Dinge wieder heim fahren.

Nun mag es zwar sein, dass die - zweifelsfrei großartig ausgetüftelte - Logistik bei Ikea keine Extrawürste zulässt, aber der schlichte Wunsch nach Lieferung der Ware sollte doch auch ohne eigenen körperlichen Einsatz möglich sein!

18 Februar 2008

Neuigkeiten aus der Zukunft von Gestern


Die eindrucksvolle Sammlung an Bildern visionärer Illustratoren aus den 50ern und 60ern vermittelt einen amüsanten Rückblick auf die ungebrochene Technik- und Fortschrittsgläubigkeit der damaligen Zeit.
Ich habe das eine oder andere Flug-Objekt in den Zeichnungen entdeckt, das mir aus modernen SF-TV-Serien verdächtig bekannt vorkommt (Babylon 5 & Co. lässt grüßen).

Hier lang: www.retro-futurismus.de

03 September 2007

Bildbearbeitung der nächsten Generation



So oder so ähnlich werden bildbearbeitende Techniken in Zukunft wohl aussehen. Für Fotografen und Designer werden Träume wahr:
  • Schnell mal eine Person wegretuschieren
  • Seitenverhältnis nach Layout anpassen, ohne wichtige Bildbestandteile zu verzerren
  • ganz intuitiv arbeiten, ohne Bildbereiche maskieren zu müssen
Und wir werden uns bei jedem Bild (nicht nur in der YellowPress) fragen müssen: "Kann ich diesem Foto trauen?"

Die Seite der Entwickler dieses phantastischen Tools: http://www.faculty.idc.ac.il/arik/

28 August 2007

Virales Marketing

22 August 2007

FlickrStorm: kommerziell nutzbare Bilder bei Flickr finden


Wenn man sich erst an die etwas gewöhnungsbedürftige Navigation bei "FlickrStorm" herangetastet hat, macht das Bilder suchen und finden richtig Spass.
Das für mich interessanteste Feature versteckt sich hinter "advanced" - die erweiterte Bildersuche: Hier kann man z. B. seine Suche einschränken auf Bilder, deren Copyrights eine kommerzielle Nutzung erlauben.
Prädikat: Besonders nützlich!

21 Januar 2007

Flatscreen: Bewährungsprobe bestanden!

Auch auf die Gefahr hin, dass folgende Worte wie EIZO-Werbung anmuten mögen: Nun bin ich endgültig von dessen professioneller Tauglichkeit überzeugt!

Lange war ich skeptisch und zögerte, mir überhaupt einen TFT zuzulegen (siehe auch diesen Beitrag...), aber nach kurzer Umgewöhnungszeit und nach der ersten größeren farbkritischen Printproduktion sind alle Zeifel beseitigt:

Es ist mittlerweile tatsächlich möglich, mit einem TFT-Monitor hervorragende Prepress-Ergebnisse zu erzielen. Und damit meine ich nicht nur schöne bunte Bildchen, sondern exakt definierte Farbkorrekturen (z.B. nach Stoffmuster oder Referenzbildern). Sobald die Kiste anständig kalibriert ist, steht sie in keinster Weise einem CRT-Monitor nach.

Die sogenannte "Hardware-Kalibrierung" (beim Kauf eines TFTs sehr zu empfehlen) bezieht sich übrigens nicht auf das Messgerät, das man beim Kalibrieren auf den Bildschirm klatscht. Hardware-Kalibrierbarkeit bedeutet das Anlegen eines ICC-Farbprofils und die AUTOMATISCHEN Einstellungen des Monitors beim Kalibrierungs-Vorgang, sozusagen in Kombination und in einem Aufwasch...

In der Praxis sieht das dann so aus:
  1. Monitor auf Default-Werte stellen
  2. Kalibrierungs-Software starten
  3. Spektralfotometer auf den TFT setzen
  4. den Anweisungen der Software folgen
  5. Temperatur und Gamma nach seinen Bedürfnissen festlegen (NICHT am Monitor sondern in der Software)
  6. ICC-Profil wird automatisch erstellt
  7. der Monitor "switched" um auf die in der Software gemessenen / eingegebenen Einstellungen
  8. fertig!
  9. Finger weg von den Tasten "Helligkeit", "Kontrast" etc. am TFT ;-)
Das Ergebnis war für mich sehr überzeugend und bei der Arbeit in Photoshop mit Gradationskurven, selektiver Farbkorrektur usw. nur marginal von einem CRT zu unterscheiden.